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Süßes in Maßen ist bei Diabetes erlaubt

Für Patienten mit Diabetes galten jahrelang strenge Ernährungsvorschriften: Zucker war tabu, spezielle Diätprodukte wurden empfohlen. "Heute können Diabetiker fast alles essen, nur eben in Maßen. Sie benötigen keine spezielle Diät", sagt Anita Zilliken, Ernährungswissenschaftlerin der AOK.

Süßes in Maßen ist bei Diabetes erlaubtFür Diabetiker Typ 2 - früher auch als Alterszucker bezeichnet - ist es besonders wichtig, ausgewogen und nicht zu kalorienreich zu essen. Patienten mit Normalgewicht sollten ihr Gewicht möglichst halten. Bei Übergewicht ist es sinnvoll, abzunehmen. Denn jedes Kilogramm weniger verbessert die Insulinwirkung und senkt dadurch den Blutzuckerspiegel. Das richtige Körpergewicht lässt sich mit Hilfe des Body Mass Index (BMI) beurteilen. Um den BMI zu errechnen, teilt man das Körpergewicht in Kilogramm durch die Körperlänge in Metern, die man zum Quadrat nimmt. Bei einer Größe von 1,75 Metern und einem Gewicht von 80 Kilogramm ergibt sich so ein BMI von etwa 26. Wer einen BMI von mehr als 25 hat, sollte mit seinem Arzt besprechen, wie er sein Gewicht reduzieren kann. "Essen Sie fettarm und nehmen Sie an einer speziellen Schulung für Diabetiker teil", empfiehlt Ernährungsexpertin Zilliken. Eine solche Beratung ist auch für Patienten mit Normalgewicht sinnvoll.

Betroffene lernen mit „AOK-Curaplan“

Die AOK bietet Beratungen im Rahmen ihrer sogenannten Disease-Management-Programme (DMP) für Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1 und 2 an. In den Schulungen erfahren die Betroffenen auch mehr über ihre Erkrankung. Sie lernen, was sie selbst tun können, um mit der Krankheit zurechtzukommen. Ziel der Programme mit dem Namen "AOK-Curaplan" ist es, Folgeerkrankungen zu verhindern oder zumindest zu verzögern.

Den größten Anteil ihres täglichen Energiebedarfs sollten Diabetiker mit komplexen kohlenhydrathaltigen Nahrungsmitteln decken, die den Blutzuckerspiegel langsam ansteigen lassen. Dazu gehören Produkte aus Vollkorn wie Reis, Nudeln und Brot. Außerdem sollten Diabetiker täglich viel frisches Gemüse und Salate sowie zwei Portionen Obst essen. Empfehlenswert sind auch Kartoffeln und Hülsenfrüchte wie Erbsen, Bohnen und Linsen. Alle diese Nahrungsmittel sind reich an Ballaststoffen, Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen. Diese Stoffe sind wichtig, um diabetische Folgeschäden wie Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße, der Beine und der Augen vorzubeugen. Um starke Blutzuckerschwankungen zu vermeiden, ist es sinnvoll, die Kohlenhydrate auf mehrere Mahlzeiten zu verteilen.

Kleine Mengen an Zucker - maximal 30 bis 50 Gramm pro Tag - können sich Diabetiker ebenfalls gönnen. Sie sollten Zucker allerdings nie pur essen, sondern nur "verpackt" - etwa in Form eines kleinen Stücks Kuchen oder eines Riegels dunkler Schokolade. "Verzichten Sie auf zuckerhaltige Getränke. Sie lassen den Blutzuckergehalt zu schnell zu stark ansteigen", sagt Zilliken. Voraussetzung für den Verzehr zuckerhaltiger Nahrungsmittel ist darüber hinaus, dass der Stoffwechsel gut eingestellt ist und die Patienten ihren Blutzuckerspiegel regelmäßig kontrollieren.

Zuckeraustauschstoffe meiden

Geeignet sind Lebensmittel, die mit Süßstoff gesüßt sind. Sie haben keinen Einfluss auf die Blutzuckerwerte und enthalten zudem weniger Kalorien als mit Zucker gesüßte Limonaden, Fruchtjoghurts und Konfitüren. Weniger empfehlenswert sind Zuckeraustauschstoffe wie Fruchtzucker und Sorbit, da sie relativ kalorienreich sind. Überflüssig sind spezielle Diätprodukte. Sie enthalten meist viel Fett und Energie und sind außerdem relativ teuer.

Diabetiker haben ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Durchblutungsstörungen. Um vorzubeugen, sollten sie sich fettbewusst ernähren. "Streichen Sie nur sehr wenig Diätmargarine aufs Brot und greifen Sie zu fettarmen Belägen. Nicht zu empfehlen sind Frittiertes und Paniertes, da das Fett von der Panade regelrecht aufgesogen wird", erklärt die Ernährungswissenschaftlerin. Die meisten tierischen Fette wie Butter und Schmalz enthalten vor allem gesättigte Fettsäuren. Auch feste Pflanzenfette wie Brat- und Frittierfett haben einen großen Anteil an gesättigten Fettsäuren und sind nicht empfehlenswert. Gesünder und bekömmlicher sind einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die vor allem in Pflanzenölen wie Oliven-, Raps- und Maiskeimöl vorkommen. Davon sollten ein bis zwei Esslöffel täglich etwa im Salat verwendet werden.

Mehr pflanzliches als tierisches Eiweiß

Wie Gesunde sollten Diabetiker 20 Prozent ihres Tagesbedarfs durch Eiweiß decken. Pflanzliche Eiweißlieferanten wie Kartoffeln, Getreide, Hülsenfrüchte und Soja sind in der Regel fettarm. Tierische Eiweißlieferanten wie Käse, Fleisch und Wurst enthalten zum Teil viel tierisches Fett und sollten deshalb nur in Maßen verzehrt werden. Auch bei Milch, Joghurt und Quark sind fettarme Produkte sinnvoll. Wichtig: Zwei Mal pro Woche gehört Seefisch auf den Tisch. Außerdem sollten Diabetiker reichlich trinken, am besten zwei Liter am Tag. Als Durstlöscher eignen sich Mineralwasser und ungesüßte Kräuter- und Früchtetees.

Weitere Infos im Versichertenportal der AOK zu den Themen:
Quelle: AOK-Bundesverband
Foto: ©Lichtbild Austria / www.pixelio.de

Veröffentlicht am:
10:06:07 25.09.2009 von AP Redaktion

Letzte Aktualisierung
10:06:07 25.09.2009

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