Willkommen > Wissenswertes > Wenn Männer in die (Wechsel-)Jahre kommen
Schlafstörungen, reduziertes sexuelles Verlangen, Verstimmtheit: Auch bei Männern können sich mit zunehmendem Alter Hormonveränderungen bemerkbar machen. Doch mit den Wechseljahren bei der Frau ist die sogenannte Andropause nicht vergleichbar: Während der Sexualhormonspiegel beim weiblichen Geschlecht mit der letzten Monatsblutung relativ abrupt abfällt, sinkt die Testosteronproduktion bei den meisten Männern ab dem 40. Lebensjahr langsam, aber stetig ab. "Das ist kein Grund zur Sorge, sondern Folge eines normalen Alterungsprozesses", sagt Dr. Christiane Roick, Ärztin im AOK-Bundesverband. Ihr Tipp: "Das beste Anti-Aging-Mittel sind eine ausgewogene, fettarme Ernährung und viel Bewegung."
Das männliche Sexualhormon Testosteron regt den Knochenaufbau an und stimuliert das Wachstum der Muskeln. In dem Maße, in dem der Testosterongehalt abnimmt, werden auch die Knochen und Muskeln schwächer. Zeitgleich legt das Fettgewebe insbesondere im Bauchbereich zu. Durch den sinkenden Hormonspiegel ist die Stimmung bei manchen Männern gedrückt, der Antrieb geht zurück, Leistung und Konzentration lassen zu wünschen übrig. Andere kämpfen mit Schlafstörungen, Müdigkeit, Schweißausbrüchen oder Herzrasen. Die sexuelle Aktivität lässt häufig nach.
Bei Beschwerden zum Arzt gehen
"Solche Beschwerden müssen aber nicht unbedingt mit dem Sinken des Testosteronspiegels zusammenhängen, sondern können auch viele ande-re Ursachen haben. Sie können beispielsweise auf Herz-Kreislauf- oder Schilddrüsen-Erkrankungen hinweisen", sagt Roick. Wer Beschwerden hat, die über das normale altersbedingte Nachlassen der Leistungsfähigkeit hinausgehen, sollte deshalb zum Arzt gehen. Betroffene können sich an ihren Hausarzt, einen Urologen oder einen Internisten wenden. Für die Diagnose wertet der Mediziner das Blutbild aus und bestimmt den Testosteronspiegel. Zusätzlich sollte er auch die Werte der Schilddrüse und Nebenniere kontrollieren. "Greifen Sie auf keinen Fall ohne Rezept und medizinische Kontrolle zu Hormonpräparaten, Medikamenten aus dem Internet oder zu Potenzpillen", warnt Roick. Denn die Gefahr von gefälschten Arzneimitteln und Fehldosierungen ist zu groß. Zudem sind die Nebenwirkungen und Risiken von Medikamenten gegen Testosteronmangel bislang kaum erforscht - erst recht nicht ihre Langzeitwirkung.
Dass die Einnahme von Hormonen riskant sein kann, zeigt die bislang größte Studie zur Wirkung von Testosteron-Ersatzpräparaten. Dabei wurde untersucht, ob ältere Männer mit niedrigen Testosteronspiegeln von der Zuführung des Hormons profitieren. Das Ergebnis: Durch eine sechsmonatige orale Testosteron-Substitution verringerte sich zwar das Körperfett der Beteiligten. Auf ihre Beweglichkeit und Muskelstärke wirkte sich die Hormongabe aber nicht positiv aus. Gleichzeitig stieg die Zahl der Männer mit metabolischem Syndrom, einem Hauptrisikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, in der Testosteron-Gruppe stärker an als in der Gruppe derjenigen, die lediglich Placebos erhielten.
Metabolisches Syndrom
Unter metabolischem Syndrom versteht man das gemeinsame Auftreten von Übergewicht und Bluthochdruck sowie Störungen des Fett- und Kohlenhydratstoffwechsels. Hinzu kommt, dass bislang nicht sicher ausgeschlossen werden kann, dass die Hormongabe langfristig die Entstehung oder das Wachstum von bislang unentdeckten bösartigen Tumoren der Prostata fördert. "Da die Risiken in keinem Verhältnis zu den minimalen positiven Effekten stehen, ist die Gabe von Testosteron nur in Ausnahmefällen sinnvoll", resümiert Medizinerin Roick. "Hormonpräparate sollten nur verordnet werden, wenn ein manifester Testosteronmangel vorliegt und die damit verbundenen Beschwerden nicht auf andere Weise gelindert werden können, etwa durch körperliches Training oder eine Umstellung der Ernährung mit dem Ziel, das Gewicht zu reduzieren."
Gesunde Lebensweise
Das beste Mittel, um den Alterungsprozess zu verzögern, ist eine gesunde Lebensweise. "Ernähren Sie sich möglichst fettarm und ballaststoffreich, verzichten Sie auf Alkohol und bewegen Sie sich regelmäßig", empfiehlt Roick. Besser als Hamburger, Steaks und Bratwürste, die viel Fett enthalten, sind frische Salate, Obst, Gemüse und Vollkornbrot. Als Durstlöscher sind Mineralwasser, Früchte- und Kräutertees und Saftschorlen empfehlenswert. Die Schorlen sollten aus zwei Dritteln Wasser und einem Drittel Fruchtsaft bestehen. In Softdrinks wie Cola und Eistee ist dagegen viel Zucker und damit viele Kalorien versteckt - wer abnehmen oder sein Gewicht halten möchte, sollte diese Getränke deshalb meiden. Wichtig ist es auch, sich regelmäßig zu bewegen: Wer Rad fährt, läuft oder schwimmen geht, baut Fettgewebe ab und Muskelmasse auf. Gleichzeitig hilft Sport, Stress abzubauen, Verspannungen zu lindern und hellt die Stimmung auf.
Mehr Informationen zu gesunder Ernährung und Fitness gibt es im Versichertenportal der AOK in den Bereichen
Quelle: AOK-Bundesverband
Foto: ©Jan Schulz / www.photocase.com/de
Veröffentlicht am:
11:15:23 30.06.2008 von AP Redaktion
Letzte Aktualisierung
11:19:54 30.06.2008
Das männliche Sexualhormon Testosteron regt den Knochenaufbau an und stimuliert das Wachstum der Muskeln. In dem Maße, in dem der Testosterongehalt abnimmt, werden auch die Knochen und Muskeln schwächer. Zeitgleich legt das Fettgewebe insbesondere im Bauchbereich zu. Durch den sinkenden Hormonspiegel ist die Stimmung bei manchen Männern gedrückt, der Antrieb geht zurück, Leistung und Konzentration lassen zu wünschen übrig. Andere kämpfen mit Schlafstörungen, Müdigkeit, Schweißausbrüchen oder Herzrasen. Die sexuelle Aktivität lässt häufig nach.Bei Beschwerden zum Arzt gehen
"Solche Beschwerden müssen aber nicht unbedingt mit dem Sinken des Testosteronspiegels zusammenhängen, sondern können auch viele ande-re Ursachen haben. Sie können beispielsweise auf Herz-Kreislauf- oder Schilddrüsen-Erkrankungen hinweisen", sagt Roick. Wer Beschwerden hat, die über das normale altersbedingte Nachlassen der Leistungsfähigkeit hinausgehen, sollte deshalb zum Arzt gehen. Betroffene können sich an ihren Hausarzt, einen Urologen oder einen Internisten wenden. Für die Diagnose wertet der Mediziner das Blutbild aus und bestimmt den Testosteronspiegel. Zusätzlich sollte er auch die Werte der Schilddrüse und Nebenniere kontrollieren. "Greifen Sie auf keinen Fall ohne Rezept und medizinische Kontrolle zu Hormonpräparaten, Medikamenten aus dem Internet oder zu Potenzpillen", warnt Roick. Denn die Gefahr von gefälschten Arzneimitteln und Fehldosierungen ist zu groß. Zudem sind die Nebenwirkungen und Risiken von Medikamenten gegen Testosteronmangel bislang kaum erforscht - erst recht nicht ihre Langzeitwirkung.
Dass die Einnahme von Hormonen riskant sein kann, zeigt die bislang größte Studie zur Wirkung von Testosteron-Ersatzpräparaten. Dabei wurde untersucht, ob ältere Männer mit niedrigen Testosteronspiegeln von der Zuführung des Hormons profitieren. Das Ergebnis: Durch eine sechsmonatige orale Testosteron-Substitution verringerte sich zwar das Körperfett der Beteiligten. Auf ihre Beweglichkeit und Muskelstärke wirkte sich die Hormongabe aber nicht positiv aus. Gleichzeitig stieg die Zahl der Männer mit metabolischem Syndrom, einem Hauptrisikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, in der Testosteron-Gruppe stärker an als in der Gruppe derjenigen, die lediglich Placebos erhielten.
Metabolisches Syndrom
Unter metabolischem Syndrom versteht man das gemeinsame Auftreten von Übergewicht und Bluthochdruck sowie Störungen des Fett- und Kohlenhydratstoffwechsels. Hinzu kommt, dass bislang nicht sicher ausgeschlossen werden kann, dass die Hormongabe langfristig die Entstehung oder das Wachstum von bislang unentdeckten bösartigen Tumoren der Prostata fördert. "Da die Risiken in keinem Verhältnis zu den minimalen positiven Effekten stehen, ist die Gabe von Testosteron nur in Ausnahmefällen sinnvoll", resümiert Medizinerin Roick. "Hormonpräparate sollten nur verordnet werden, wenn ein manifester Testosteronmangel vorliegt und die damit verbundenen Beschwerden nicht auf andere Weise gelindert werden können, etwa durch körperliches Training oder eine Umstellung der Ernährung mit dem Ziel, das Gewicht zu reduzieren."
Gesunde Lebensweise
Das beste Mittel, um den Alterungsprozess zu verzögern, ist eine gesunde Lebensweise. "Ernähren Sie sich möglichst fettarm und ballaststoffreich, verzichten Sie auf Alkohol und bewegen Sie sich regelmäßig", empfiehlt Roick. Besser als Hamburger, Steaks und Bratwürste, die viel Fett enthalten, sind frische Salate, Obst, Gemüse und Vollkornbrot. Als Durstlöscher sind Mineralwasser, Früchte- und Kräutertees und Saftschorlen empfehlenswert. Die Schorlen sollten aus zwei Dritteln Wasser und einem Drittel Fruchtsaft bestehen. In Softdrinks wie Cola und Eistee ist dagegen viel Zucker und damit viele Kalorien versteckt - wer abnehmen oder sein Gewicht halten möchte, sollte diese Getränke deshalb meiden. Wichtig ist es auch, sich regelmäßig zu bewegen: Wer Rad fährt, läuft oder schwimmen geht, baut Fettgewebe ab und Muskelmasse auf. Gleichzeitig hilft Sport, Stress abzubauen, Verspannungen zu lindern und hellt die Stimmung auf.
Mehr Informationen zu gesunder Ernährung und Fitness gibt es im Versichertenportal der AOK in den Bereichen
Quelle: AOK-Bundesverband
Foto: ©Jan Schulz / www.photocase.com/de
Veröffentlicht am:
11:15:23 30.06.2008 von AP Redaktion
Letzte Aktualisierung
11:19:54 30.06.2008