Willkommen > Gesunde Ernährung > Selbst kochen ist besser als der Verzehr von Fertigmenüs
Tiefkühl-Lasagne, das zubereitete Fischfilet für die Mikrowelle und Eintopf aus der Büchse: Wenn mal wenig Zeit zum Kochen bleibt, ist Fertigkost eine prima Sache. Viele dieser Produkte enthalten allerdings reichlich Fett und Salz und nicht selten Aroma- und andere Zusatzstoffe. Anita Zilliken, Ernährungswissenschaftlerin bei der AOK, rät deshalb: "Planen Sie Fertiggerichte möglichst nur als Ergänzung in Ihre Ernährung ein." Generell gilt: Je weniger verarbeitet Fertigprodukte sind, desto gesünder sind sie.Fertigprodukte werden auch als "Convenience Food" bezeichnet. Das bedeutet wörtlich übersetzt "Bequemlichkeitskost". Damit ist gemeint, dass die Lebensmittel zeit- und arbeitssparend zubereitet werden können, weil die Lebensmittelindustrie mindestens einen Verarbeitungsschritt übernommen hat. Fertiggerichte gibt es in den unterschiedlichsten Zusammensetzungen und Bearbeitungsstufen: Belegte Brötchen vom Bäcker gehören genauso dazu wie Apfelmus aus dem Glas, Backmischungen, Tiefkühlerbsen oder komplette Fertigmenüs, die nur aufgewärmt werden müssen.
"Tiefgekühlte Früchte, Gemüse und Kräuter ohne weitere Zusätze sind Beispiele für gesunde Fertigkost", sagt Ernährungsexpertin Anita Zilliken. Sie enthalten in der Regel mehr Vitamine als Dosenprodukte oder als Obst und Gemüse, das bereits mehrere Tage im Supermarktregal gelegen hat. Weniger gesund sind dagegen beispielsweise Tütensuppen, da sie kaum noch etwas mit dem frischen Produkt gemeinsam haben. Der Hauptanteil in Fertiggerichten sollten Gemüse, Obst, Nudeln, Reis oder Kartoffeln sein.
Auf die Zutatenliste achten
"Achten Sie auf die Zutatenliste", empfiehlt Zilliken. Zutaten, die an erster Stelle stehen, machen mengenmäßig den größten Anteil aus. Um Übergewicht zu vermeiden, ist es auch sinnvoll, auf den Fettgehalt der Produkte zu achten. Eine vollwertige Mahlzeit sollte etwa 600 bis maximal 800 Kilokalorien enthalten. Der Fettanteil sollte höchstens 40 Prozent der Gesamtenergie ausmachen.
In vielen Fertiggerichten werden Aromen, Geschmacksverstärker und andere Zusatzstoffe verwendet. Dadurch wirkt der Geschmack intensiver und die Nahrungsmittel sind länger haltbar. Auf diese Weise gaukeln selbst minderwertige Produkte einen Wohlgeschmack vor, der ohne künstliche Zusätze nie erreicht würde. Empfehlenswert ist es daher, Fertigprodukte zu kaufen, die wenig oder keine Zusatzstoffe enthalten. Achten Sie auch auf die Vielzahl der Zutaten: Allergiker sollten die Packungsangaben genau lesen, bevor sie ein Produkt kaufen.
Fertigkost durch frische Zutaten aufwerten
Wer wenig Zeit zum Kochen hat und sich dennoch vollwertig ernähren möchte, kann Fertiggerichte oder belegte Brote durch frische Zutaten oder einen Salat aufwerten. "Legen Sie zum Beispiel frische Tomaten auf die Pizza", empfiehlt Zilliken. Zu einer "China-Pfanne" passen Sprossen, Paprikastreifen oder Erbsen und Möhren aus der Tiefkühlpackung. Als Nachtisch bieten sich ein Obstsalat oder frische Früchte an. Milchreis aus dem Becher kann man mit gedünsteten Äpfeln oder aufgewärmtem Tiefkühl-Obst aufpeppen. Pikante Speisen lassen sich gut mit frischen Kräutern verfeinern.
Mit einigen Tricks ist es jedoch möglich, auf Fertigprodukte weitgehend zu verzichten und dennoch mit wenig Zeitaufwand zu kochen. Dabei können eine geschickte Vorratshaltung und Vorbereitung viel Zeit sparen. "Legen Sie einen großzügigen Vorrat an gut haltbaren Nahrungsmitteln wie Kartoffeln, Vollkornnudeln und Naturreis an", rät Zilliken. Tiefgekühltes Gemüse und Früchte, aber auch Fischfilet, können im Tiefkühlfach aufbewahrt werden. Frische Früchte und Gemüse halten sich einige Tage im Obst- und Gemüsefach des Kühlschranks.
Wer Zeit sparen möchte, kann die doppelte Menge eines Gerichts kochen und den Rest im Kühlschrank für den nächsten Tag aufbewahren oder einfrieren. Hilfreich ist eine Rezeptsammlung von gesunden Gerichten, die schnell auf dem Tisch stehen. So lässt sich aus Vollkornspagetti, Zwiebeln, frischen Tomaten, einem Esslöffel Olivenöl, Gemüsebrühe und ein wenig gemischtem Hackfleisch in kurzer Zeit ein vollwertiges Mittagessen zaubern. "Bereiten Sie die Soße für den Salat in größerer Menge zu. Ein Dressing mit Essig und Öl ist drei bis vier Tage im Kühlschrank haltbar", empfiehlt die Ernährungsexpertin. Doch auch ohne Vorräte lässt sich eine Salatsoße schnell zubereiten: "Dazu brauchen Sie nur etwas Olivenöl, Essig und ein wenig Pfeffer und andere Gewürze", sagt Zilliken.
Mehr Infos zu gesunder Ernährung im Versichertenportal der AOK
Quelle: AOK-Bundesverband
Foto: ©by-sassi / www.pixelio.de
Veröffentlicht am:
15:23:11 08.04.2009 von AP Redaktion
Letzte Aktualisierung
15:23:11 08.04.2009