Willkommen > Herz- Kreislauf > Bluthochdruck schädigt die Gefäße
Sport und gesunde Kost bringen den Blutdruck ins Lot
Ein hoher Blutdruck bleibt oftmals lange Zeit unerkannt. Dabei sind nach Angaben der Deutschen Herzstiftung von der Zivilisationskrankheit Hypertonie in Deutschland rund 20 Millionen Menschen betroffen - Tendenz steigend. Kopfschmerzen, Herzklopfen, Schwindel, Müdigkeit oder Schweißausbrüche und Schlafstörungen können erste Hinweise sein. "Wer das Problem erkennt, hat beste Chancen, seinen Blutdruck in den Griff zu bekommen und schwere Folgeschäden wie die Koronare Herzkrankheit zu verhindern", sagt Dr. Detlef Schmidt, Arzt im AOK-Bundesverband.
Herz, Gefäße und Blut bilden das Herz-Kreislauf-System. Durch die Pumparbeit des Herzens fließt innerhalb einer Minute das gesamte Blut eines Menschen durch den Körper. Das Zusammenspiel aus der Pumparbeit des Herzens und dem Widerstand der Gefäßwände bestimmt den Blutdruck. Zieht sich der Herzmuskel zusammen, steigt der Druck in den Arterien, der Blutdruck erreicht seinen oberen oder systolischen Wert. Erschlafft der Herzmuskel, um sich wieder mit sauerstoffreichem Blut zu füllen, sinkt der Druck auf den unteren diastolischen Wert ab. "Als optimal gilt ein Wert von etwa 120 zu 80. Bei Werten ab 140 zu 90 sprechen wir von einem Bluthochdruck", sagt AOK-Mediziner Schmidt. Das gilt allerdings nur, wenn die Werte dauerhaft erhöht sind. Schwankungen im Tagesverlauf sind normal und in der Regel noch kein Grund zur Beunruhigung.
Blutgefäße verstopfen
Wird das Blut ständig mit zu hohem Druck durch die Adern gepumpt, verändert das die Gefäßwände. Dadurch entstehen Ablagerungen, die die Blutgefäße verstopfen. Da ein hoher Blutdruck in der Regel keine Beschwerden verursacht, sollte jeder gelegentlich eine Blutdruckmessung beim Hausarzt, in der Apotheke oder auch im Fitnessstudio durchführen lassen. Nur sehr hohe Blutdruckwerte verursachen Beschwerden wie Schwindel, Kopfschmerz, Sehstörungen, die unbedingt zu einer ärztlichen Untersuchung führen sollten. Denn: "Wer nicht reagiert, riskiert schlimme Folgen", warnt Schmidt.
Hoher Blutdruck gehört zu den bedeutendsten Risikofaktoren für Schlaganfall, Herzinfarkt, Herzschwäche sowie von Nieren- und Augenerkrankungen. Allein in Deutschland sterben jährlich etwa 400.000 Menschen an den Folgen - und damit mehr als an Krebs. Verantwortlich für hohen Blutdruck ist meist ein ganzes Bündel an Ursachen: Neben familiärer Vorbelastung tragen Übergewicht, übermäßiger Alkoholkonsum, Bewegungsmangel sowie Stress, Rauchen und ungesunde Ernährung dazu bei. "Wer auf einen gesunden Lebensstil achtet, hat schon den ersten wichtigen Schritt gemacht", sagt Schmidt.
Regelmäßige Bewegung
Regelmäßige und mäßige Bewegung ist ein wichtiger Trainingsbestandteil für die Gesundheit der Gefäße - mit vielen positiven Folgen: Durch Ausdauertraining werden die Gefäße erweitert, das Blut kann wieder ungestört fließen. So sinken die Blutdruckwerte und auch die Pulsfrequenz, sodass das Herz weniger leisten muss. Besonders positiv für das Herz-Kreislauf-System sind Ausdauersportarten wie Wandern, Radfahren, Joggen oder Walken. Tabu sind Sportarten, die viel Kraft erfordern oder Wettkampfcharakter haben wie Ballspiele oder Bodybuilding.
Der Hausarzt berät seine Patienten, welche Sportart am besten geeignet ist und ob während des Sports regelmäßig Blutdruck gemessen werden sollte. "Lassen Sie sich nicht entmutigen. Schon 20 Minuten spazieren gehen täglich bringt erste kleine Erfolge beim Blutdruckwert", sagt Schmidt. Wer unter Anleitung seine Ausdauer beim Joggen und Walken trainieren möchte, ist im AOK-Internetprogramm "Laufend in Form" gut aufgehoben. Dort erstellen Herbert Steffny, 16-facher Deutscher Meister in verschiedenen Laufdisziplinen, und sein Team individuelle Trainingspläne und unterstützen die Läufer über das Internet.
Gesunde Ernährung
Neben Sport haben eine gesunde Ernährung und das Körpergewicht maßgeblichen Einfluss auf den Blutdruck. "Jedes Kilo zuviel bedeutet Mehrarbeit für das Herz", sagt Schmidt. Bewegung und ausgewogene Kost helfen, überflüssige Pfunde zu verlieren und den Blutdruck positiv zu beeinflussen. Wer sich bei der Ernährung an die Prinzipien der Mittelmeerküche hält, ist gut beraten. Dazu gehören:
Behandlungsprogramm der AOK
Menschen, die bereits an einer Koronaren Herzerkrankung (KHK) leiden, deren Herzkranzgefäße verengt sind oder die schon einen Herzinfarkt erlitten haben, können sich in das Programm "AOK-Curaplan" einschreiben. "Ziel ist es, mit einer strukturierten und langfristigen Behandlung Beschwerden zu vermindern und die Gefahr von Wiederholungsinfarkten zu verringern", sagt Schmidt. Alle Fäden der Behandlung, von der Abstimmung mit Fachärzten und Kliniken bis zur Rehabilitation, laufen im sogenannten Disease-Management-Programm (DMP) beim koordinierenden Arzt zusammen.
Dass das Konzept aufgeht, zeigt eine bundesweite Auswertung der Evaluationsinstitute ifas, Prognos und des Wissenschaftlichen Instituts der Ärzte Deutschlands: Danach verbessern sich bei Patienten, die kontinuierlich am DMP der AOK für Patienten mit Koronarer Herzkrankheit teilnehmen, die medizinischen Werte im Verlauf der Teilnahme deutlich. So verringerte sich zum Beispiel der Anteil der Patienten, die infolge ihrer Erkrankung an Brustschmerzen litten, um rund 20 Prozent.
Um auf die Bedeutung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und vorbeugende Maßnahmen aufmerksam zu machen, findet am 27. September 2009 der Welt-Herztag statt.
Mehr Infos zum Thema Quelle: AOK-Bundesverband
Foto: © Christoph Ruhland / www.pixelio.de
Veröffentlicht am:
09:02:23 05.08.2009 von AP Redaktion
Letzte Aktualisierung
09:02:23 05.08.2009
Ein hoher Blutdruck bleibt oftmals lange Zeit unerkannt. Dabei sind nach Angaben der Deutschen Herzstiftung von der Zivilisationskrankheit Hypertonie in Deutschland rund 20 Millionen Menschen betroffen - Tendenz steigend. Kopfschmerzen, Herzklopfen, Schwindel, Müdigkeit oder Schweißausbrüche und Schlafstörungen können erste Hinweise sein. "Wer das Problem erkennt, hat beste Chancen, seinen Blutdruck in den Griff zu bekommen und schwere Folgeschäden wie die Koronare Herzkrankheit zu verhindern", sagt Dr. Detlef Schmidt, Arzt im AOK-Bundesverband.Herz, Gefäße und Blut bilden das Herz-Kreislauf-System. Durch die Pumparbeit des Herzens fließt innerhalb einer Minute das gesamte Blut eines Menschen durch den Körper. Das Zusammenspiel aus der Pumparbeit des Herzens und dem Widerstand der Gefäßwände bestimmt den Blutdruck. Zieht sich der Herzmuskel zusammen, steigt der Druck in den Arterien, der Blutdruck erreicht seinen oberen oder systolischen Wert. Erschlafft der Herzmuskel, um sich wieder mit sauerstoffreichem Blut zu füllen, sinkt der Druck auf den unteren diastolischen Wert ab. "Als optimal gilt ein Wert von etwa 120 zu 80. Bei Werten ab 140 zu 90 sprechen wir von einem Bluthochdruck", sagt AOK-Mediziner Schmidt. Das gilt allerdings nur, wenn die Werte dauerhaft erhöht sind. Schwankungen im Tagesverlauf sind normal und in der Regel noch kein Grund zur Beunruhigung.
Blutgefäße verstopfen
Wird das Blut ständig mit zu hohem Druck durch die Adern gepumpt, verändert das die Gefäßwände. Dadurch entstehen Ablagerungen, die die Blutgefäße verstopfen. Da ein hoher Blutdruck in der Regel keine Beschwerden verursacht, sollte jeder gelegentlich eine Blutdruckmessung beim Hausarzt, in der Apotheke oder auch im Fitnessstudio durchführen lassen. Nur sehr hohe Blutdruckwerte verursachen Beschwerden wie Schwindel, Kopfschmerz, Sehstörungen, die unbedingt zu einer ärztlichen Untersuchung führen sollten. Denn: "Wer nicht reagiert, riskiert schlimme Folgen", warnt Schmidt.
Hoher Blutdruck gehört zu den bedeutendsten Risikofaktoren für Schlaganfall, Herzinfarkt, Herzschwäche sowie von Nieren- und Augenerkrankungen. Allein in Deutschland sterben jährlich etwa 400.000 Menschen an den Folgen - und damit mehr als an Krebs. Verantwortlich für hohen Blutdruck ist meist ein ganzes Bündel an Ursachen: Neben familiärer Vorbelastung tragen Übergewicht, übermäßiger Alkoholkonsum, Bewegungsmangel sowie Stress, Rauchen und ungesunde Ernährung dazu bei. "Wer auf einen gesunden Lebensstil achtet, hat schon den ersten wichtigen Schritt gemacht", sagt Schmidt.
Regelmäßige Bewegung
Regelmäßige und mäßige Bewegung ist ein wichtiger Trainingsbestandteil für die Gesundheit der Gefäße - mit vielen positiven Folgen: Durch Ausdauertraining werden die Gefäße erweitert, das Blut kann wieder ungestört fließen. So sinken die Blutdruckwerte und auch die Pulsfrequenz, sodass das Herz weniger leisten muss. Besonders positiv für das Herz-Kreislauf-System sind Ausdauersportarten wie Wandern, Radfahren, Joggen oder Walken. Tabu sind Sportarten, die viel Kraft erfordern oder Wettkampfcharakter haben wie Ballspiele oder Bodybuilding.
Der Hausarzt berät seine Patienten, welche Sportart am besten geeignet ist und ob während des Sports regelmäßig Blutdruck gemessen werden sollte. "Lassen Sie sich nicht entmutigen. Schon 20 Minuten spazieren gehen täglich bringt erste kleine Erfolge beim Blutdruckwert", sagt Schmidt. Wer unter Anleitung seine Ausdauer beim Joggen und Walken trainieren möchte, ist im AOK-Internetprogramm "Laufend in Form" gut aufgehoben. Dort erstellen Herbert Steffny, 16-facher Deutscher Meister in verschiedenen Laufdisziplinen, und sein Team individuelle Trainingspläne und unterstützen die Läufer über das Internet.
Gesunde Ernährung
Neben Sport haben eine gesunde Ernährung und das Körpergewicht maßgeblichen Einfluss auf den Blutdruck. "Jedes Kilo zuviel bedeutet Mehrarbeit für das Herz", sagt Schmidt. Bewegung und ausgewogene Kost helfen, überflüssige Pfunde zu verlieren und den Blutdruck positiv zu beeinflussen. Wer sich bei der Ernährung an die Prinzipien der Mittelmeerküche hält, ist gut beraten. Dazu gehören:
- viel Gemüse, Salat und Obst
- Brot, Pasta, Reis, Kartoffeln, Hülsenfrüchte
- mehr Fisch, weniger Fleisch
- magere Milchprodukte
- Oliven- oder Rapsöl statt Butter oder anderer tierischer Fette
- Würzen mit Kräutern statt Kochsalz
Behandlungsprogramm der AOK
Menschen, die bereits an einer Koronaren Herzerkrankung (KHK) leiden, deren Herzkranzgefäße verengt sind oder die schon einen Herzinfarkt erlitten haben, können sich in das Programm "AOK-Curaplan" einschreiben. "Ziel ist es, mit einer strukturierten und langfristigen Behandlung Beschwerden zu vermindern und die Gefahr von Wiederholungsinfarkten zu verringern", sagt Schmidt. Alle Fäden der Behandlung, von der Abstimmung mit Fachärzten und Kliniken bis zur Rehabilitation, laufen im sogenannten Disease-Management-Programm (DMP) beim koordinierenden Arzt zusammen.
Dass das Konzept aufgeht, zeigt eine bundesweite Auswertung der Evaluationsinstitute ifas, Prognos und des Wissenschaftlichen Instituts der Ärzte Deutschlands: Danach verbessern sich bei Patienten, die kontinuierlich am DMP der AOK für Patienten mit Koronarer Herzkrankheit teilnehmen, die medizinischen Werte im Verlauf der Teilnahme deutlich. So verringerte sich zum Beispiel der Anteil der Patienten, die infolge ihrer Erkrankung an Brustschmerzen litten, um rund 20 Prozent.
Um auf die Bedeutung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und vorbeugende Maßnahmen aufmerksam zu machen, findet am 27. September 2009 der Welt-Herztag statt.
Mehr Infos zum Thema Quelle: AOK-Bundesverband
Foto: © Christoph Ruhland / www.pixelio.de
Veröffentlicht am:
09:02:23 05.08.2009 von AP Redaktion
Letzte Aktualisierung
09:02:23 05.08.2009