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Nahrungsergänzungsmittel die einfache Rettung?

Im Supermarkt stehen sie meist kurz vor der Kasse: Die Regale mit den Vitaminen und Mineralstoffen, den so genannten Nahrungsergänzungsmitteln. Wer kaum Obst und Gemüse, dafür viele Fertiggerichte und wieder nur das Brot aus weißem Mehl im Einkaufswagen hat, mag mit den Vitaminpillen sein schlechtes Gewissen beruhigen. Als Ausgleich für monate- oder gar jahrelange Mangelernährung funktionieren Nahrungsergänzungsmittel jed och nicht, warnt die DAK.

Nahrungsergänzungsmittel die einfache Rettung? Foto: emma75 www.photocase.com/de Der Körper braucht die ganze Bandbreite der Stoffe aus den natürlichen Lebensmitteln. Unsere Nahrung hat so eine komplizierte Struktur und Zusammensetzung, dass die genaue Wirkungsweise in unserem Körper bis heute noch nicht erforscht ist. Das Nachbauen gesunder Nahrung ist vollkommen unmöglich. So ist beispielsweise die gesunde Wirkung eines Apfels allgemein bekannt. Was aber einzelne Vitamine aus der Packung auslösen, kann vollkommen anders sein. Da helfen auch keine Kombinationspräparate aus mehreren Vitaminen und Mineralstoffen.

Grundsätzlich reicht eine ausgewogene Ernährung aus viel Obst und Gemüse, Vollkorn- und Milchprodukten sowie zwei- bis dreimal wöchentlich Fisch, Fleisch und Eiern aus, um gesund zu bleiben. Allein die Versorgung mit Jod ist in Deutschland mangelhaft.

Es gibt allerdings Risikogruppen, bei denen zusätzliche Präparate sinnvoll sein können. Dazu gehören beispielsweise Schwangere, Stillende, Hochleistungssportler oder Menschen mit Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts. Die DAK warnt jedoch davor, sich Vitamin- und Mineralstoffpräparate wahllos selbst zu verordnen. Die Kasse empfiehlt, in jedem Fall den Arzt nach Art und Dosis der benötigten Substanzen zu fragen.

Nahrungsergänzungsmittel – Zahlen und Fakten

Jeder dritte Deutsche konsumiert nach einer repräsentativen DAK-Studie so genannte Nahrungsergänzungsmittel und gibt dafür durchschnittlich 300 Euro pro Jahr aus.

Laut Brandenburger Ernährungs- und Krebsstudie kaufen diese Präparate hauptsächlich die Menschen, die sich sowieso gesund ernähren und sie also am allerwenigsten brauchen.

In einer Untersuchung der Verbraucherzentralen hatte die Mehrzahl der untersuchten Produkte eine unsinnige Zusammensetzung der Inhaltsstoffe, zu hohe Dosierungen oder falsche Kennzeichnungen. 75% der überprüften Präparate müssten eigentlich vom Markt genommen werden.

Der Begriff „Nahrungsergänzungsmittel“ ist nicht gesetzlich definiert. Es gibt keine einheitlichen Kriterien der Dosierung und Zusammensetzung. Der Verbraucher ist weder vor Überdosierungen noch vor falschen Zusammensetzungen geschützt.

Jeder, der eine Gewerbeerlaubnis hat, kann Nahrungsergänzungsmittel herstellen. Qualitäts- oder Wirksamkeitsnachweise werden nicht verlangt.

Nahrungsergänzungsmittel sind Lebensmittel, keine Arzneimittel. Lebensmittel sind für die Ernährung und den Genuss bestimmt. Sie können – im Gegensatz zu Medikamenten – Krankheiten oder Beschwerden weder lindern noch verhüten, auch wenn viele Produkte diesen Eindruck erwecken.


Quelle: Deutsche Angestellten Krankenkasse DAK
Foto: emma75 / www.photocase.com/de   

Veröffentlicht am:
03.07.2007 von AP Redaktion

Letzte Aktualisierung
18.02.2008

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