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Schon kleine Schritte stärken das Herz

Laut Deutscher Herzstiftung erleiden jedes Jahr fast 300.000 Menschen einen Herzinfarkt. Über 170.000 sterben an den Folgen. Für Männer sind Herzinfarkte und andere Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems die Todesursache Nummer eins. "Viele dieser Todesfälle könnten vermieden werden", sagt Dr. Andreas Kiefer, Arzt im AOK-Bundesverband. "Viel kann man schon erreichen mit regelmäßiger Bewegung, einer ausgewogenen Ernährung, ausreichender Entspannung - und vor allem Spaß daran."

Schon kleine Schritte stärken das Herz Foto: ©Gerd Altmann www.pixelio.deDas Herz ist ein Hochleistungsmuskel, der seinen Dienst durchaus mehr als 70 Jahre bestens leisten kann. Wer in der Familie schon mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu tun hat, hat zwar ein erhöhtes Risiko, ebenfalls zu erkranken. "Doch von entscheidender Bedeutung ist der Lebensstil", sagt Dr. Andreas Kiefer, Arzt im AOK-Bundesverband. Rauchen, Bewegungsmangel, Übergewicht, eine zu fettreiche Ernährung und nicht zuletzt Stress sind Gift für die Herzkranzgefäße, die für die Versorgung des Herzens zuständig sind.

Die meisten kennen das: Mit dem Auto kommt man bequemer zum Büro als mit dem Rad, der Aufzug ist leichter zu nehmen als die Treppe, in der Mittagspause bleibt nur Zeit für einen fettigen Schnellimbiss. Die Zigarette soll über den Stress hinweghelfen und nach der Arbeit geht es auf die Couch statt zum Sport. Die Folgen sind Übergewicht, ein erhöhtes Risiko für Diabetes und Bluthochdruck, hohe Blutfettwerte, Verstopfung von Herzkranzgefäßen - und im schlimmsten Fall der Herzinfarkt oder Schlaganfall. Anders als vielfach vermutet, schlägt der Infarkt keineswegs aus heiterem Himmel zu, sondern entwickelt sich oftmals über Jahre und Jahrzehnte.

Männer nutzen selten Gesundheitscheck

"Männer achten insgesamt weniger auf ihre Gesundheit und passen nicht so auf sich auf wie Frauen", sagt Kiefer. Sie nutzen seltener den Gesundheitscheck ab 35 - eine Vorsorgeuntersuchung, die AOK-Versicherte ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre kostenfrei in Anspruch nehmen können. Dabei geht es unter anderem darum, Warnsignale für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung frühzeitig zu erkennen. Männer gehen davon aus, dass ihr Körper einfach funktionieren muss. Und damit muten sie sich und ihrem Herz-Kreislauf-System oftmals zuviel zu.

Positive Veränderungen in den Alltag einzubauen, erfordert Willen und Disziplin. Kiefer warnt davor, sich selbst zu überfordern: "Besser ist es, kleine Schritte zu machen und sich zu steigern und nicht immer gleich mit der Maximalforderung an alles heranzugehen." Mit dem Rad zur Arbeit fahren, die Treppe nehmen oder eine Runde um den Block laufen - das ist ein Anfang für mehr Bewegung. Außerdem helfen solche Aktivitäten, überflüssige Pfunde loszuwerden und damit das Herz zu stärken.

Wer sich zu regelmäßigem Sport durchringt, ist am besten mit Ausdauer-Sportarten wie Wandern, Walking, Joggen, Radfahren oder Schwimmen bedient. Dabei gilt vor allem: Es muss Spaß machen, sonst hört man zu schnell wieder auf. "Es macht keinen Sinn, Nordic Walking zu machen, wenn man lieber tanzt. Wichtig ist auch, dass sich die Bewegung gut in den Alltag integrieren lässt", sagt Kiefer.

Ausdauersport senkt Herzinfarktrisiko

Optimal ist es, zwei bis dreimal pro Woche je 30 Minuten zu trainieren. Männer, die mehr als zwei Stunden Ausdauersport in der Woche treiben, reduzieren ihr Herzinfarktrisiko sogar um 20 bis 30 Prozent. Wer unter Stress leidet, sollte öfter mal einen Spaziergang einschieben oder Entspannungstechniken wie Yoga oder Progressive Muskelentspannung erlernen.

Neben mehr Bewegung und Entspannung sind der Verzicht auf die Zigarette und die Entscheidung für eine ausgewogene Ernährung wichtige Faktoren für die Herzgesundheit. Beim Rauchverzicht unterstützt die AOK ihre Versicherten durch spezielle Kurse. Wer will, kann auch an einem Internetprogramm teilnehmen und sich dort auf dem Weg zum Nichtraucher (neue Website) begleiten lassen. Durch die Rauchverbote in Gaststädten in Frankreich und Italien ist die Herzinfarkt-Rate dort bereits stark gesunken.

Tipps für die richtige Ernährung

Für die Ernährung lautet die Faustformel: Viel Gemüse, Salat und Obst, wenig Fleisch und magere Milchprodukte sind gut fürs Herz. Es ist besser, hochwertiges pflanzliches Öl in Maßen statt Butter, Sahne und andere tierische Fette zu verwenden. Auch wenn manche Umstellung am Anfang schwer fällt: "Durch einen gesunden Lebensstil kann man mindestens so viel erreichen wie mit Medikamenten", sagt Kiefer.

Wichtig ist es auch, auf Warnsignale des Körpers zu achten. Anzeichen eines Herzinfarktes sind: 
  • starke und länger als fünf Minuten anhaltende Schmerzen im Brustkorb, die ausstrahlen können in Arme, Schulterblätter, Hals, Kieferregion und Oberbauch
  • ein starkes Engegefühl in der Brust
  • Atemnot, Übelkeit, Angst
  • ein Schwächegefühl
  • blasse Gesichtsfarbe und kalter Schweiß.
In diesen Fällen muss unverzüglich der Rettungsdienst gerufen werden, denn beim Herzinfarkt zählt jede Minute.

Wer bereits eine Herz-Kreislauf-Erkrankung oder einen Herzinfarkt erlitten hat, ist im Behandlungsprogramm AOK-Curaplan für Herzpatienten gut aufgehoben. Dort werden Patienten langfristig und kontinuierlich intensiv betreut und behandelt. Durch eine strukturierte und langfristige Behandlung soll vor allem verhindert werden, dass die Patienten einen Herzinfarkt oder einen Wiederholungsinfarkt erleiden. Im Programm Curaplan der AOK waren im Sommer dieses Jahres 580.000 Herzpatienten eingeschrieben. "Das Chronikerprogramm ist sehr wirksam", sagt Kiefer. So sank zum Beispiel der Anteil der DMP-Patienten, die erstmalig im DMP einen Herzinfarkt erlitten, im Zeitraum von zwei Jahren um mehr als die Hälfte (von 1,07 auf 0,44 Prozent). Auch die medizinischen Werte der Betroffenen verbesserten sich durch die kontinuierliche Betreuung ganz deutlich. Das hat die wissenschaftliche Auswertung des Programms ergeben.

Trotz der Erfolge bei der Behandlung bleibt das Ziel klar: Herzkreislauf-Erkrankungen und Herzinfarkte sollen erst gar nicht entstehen.

Mehr Informationen zum AOK-Curaplan für Herzpatienten

Ebenfalls im Versichertenportal der AOK:
In der Rubrik "Testen Sie sich" können Interessierte ihr persönliches Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung testen. Zudem finden sie in den Rubriken "Essen und Trinken" sowie "Fitness und Wellness" Tipps für eine gesunde Ernährung, Fitness und Entspannung.

Mehr zum Welt-Herztag und zum "Herzmonat November" finden Sie auf der Seite Gesundheitstage.

Quelle: AOK-Bundesverband
Foto: ©Gerd Altmann / www.pixelio.de

Veröffentlicht am:
08:15:01 25.09.2008 von AP Redaktion

Letzte Aktualisierung
08:15:01 25.09.2008

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